Im Rahmen der vorweihnachtlichen Zeit fand für die muslimischen Schülerinnen und Schüler unserer Schule ein schulischer Gottesdienst in der Ridvan-Moschee im 20. Wiener Gemeindebezirk statt. Ziel war es, Schülerinnen und Schüler in ihrer religiösen Identität zu stärken und sie als geliebte, einzigartige, freie, zugleich soziale, verletzliche, werdende und suchende Menschen wahrzunehmen. Parallel zur Teilnahme der christlichen Schülerinnen und Schüler an der vorweihnachtlichen Messe wurde den muslimischen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben, ihre religiöse Praxis im schulischen Rahmen zu leben und Gemeinschaft achtsam, miteinander, aufeinander zu, verschieden und solidarisch zu erfahren.
Die Gruppe wurde vom Moscheeobmann empfangen, der eine kurze Einführung in die Moschee als Ort des Gebets, der Gemeinschaft und der Bildung gab. Anschließend gestalteten die Schülerinnen und Schüler den Gottesdienst eigenständig. Im Mittelpunkt stand ein Abschnitt aus dem 19. Kapitel des Qur’an, Sura Maryam (19:16–34), der die Geschichte von Maryam (Maria) und Isa (Jesus) erzählt. Die Verse wurden in deutscher Übersetzung vorgetragen und durch kurze Moderation offen, fehlersensibel und nachdenklich eingeordnet.
Darauf folgten ein Bittgebet sowie die Rezitation der Eröffnenden Sura (al-Fātiḥa). In der deutschen Übersetzung wurde ihre Bedeutung als ganzheitliches, werteorientiertes und pädagogisch verantwortetes Bittgebet erläutert, das Lob, Bitte und Vertrauen miteinander verbindet.
Im Anschluss führte der Moscheeobmann die Gruppe durch die Räumlichkeiten der Moschee, die sich über vier Etagen erstrecken, darunter auch Unterrichtsräume für den allgemeinen Religionsunterricht, den Qur’an-Unterricht sowie den Sonderunterricht. Zum Abschluss erhielten alle Schülerinnen und Schüler eine kleine Stärkung in Form eines Schokoriegels und wurden in wertschätzender Atmosphäre in die Ferien verabschiedet.
Der Moscheebesuch bot einen Raum, in dem religiöse Bildung vernetzt, ganzheitlich und werteorientiert erfahrbar wurde und die Gemeinschaft der Schülerinnen und Schüler sichtbar gestärkt wurde.


